Archive for September, 2007
Interview mit Luisa
Heute gibt es das 2. Interview diesmal mit der Luisa die sich gerade in London aufhält sonst aber in Helferskirchen wohnt. Sie schreibt über viele Dinge die man beachten muss. Lest es euch durch! :)
- Was hat dich dazu bewegt eine Au Pair Zeit einzulegen?
Ich wollte schon immer einmal für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen und bin ein großer London-Fan. Dann hat es sich natürlich zeitlich angeboten nach dem Abi für ein Jahr wegzugehen, sozusagen eine „Pause“ bis zum Studium. Für die Arbeit als AuPair habe ich mich entschieden, da ich erstens Kinder mag und auch schon immer viel bei Kinderfreizeiten, Zeltlagern etc. mitgeholfen habe und zweitens AuPair neben Work&Travel, etc. die mit Abstand billigste Variante des Auslandsaufenthaltes war.
- Hast du alles selber organisiert oder bist du mit einer Organisation unterwegs?
Ich kann auf jeden Fall nur davon abraten den Auslandsaufenthalt ohne eine Agentur zu planen, da man vor der Abreise viele Unterstützung und Informationen bekommt, und im Ausland auch Hilfe wenn es mal zu Problemen mit der Gastfamilie kommt. Wenn es dann mit der Gastfamilie gar nicht mehr klappt, kann man an eine andere Gastfamilie vermittelt werden. Ohne Organisation sitzt man dann im Flugzeug nach Hause.
Falls ja, welche Organisation?
Sehr zufrieden, ich wurde gut informiert.
Allerdings, andere Agenturen haben andere Vermittlungsstrategien, welche auch nicht schlecht sind. Trotzdem bin ich mit meiner Agentur sehr zufrieden.
- Wieso möchtest du gerade in diesem Land (Stadt) wo du dich gerade aufhälst Au Pair sein?
Ich wollte schon immer mal nach London, da London einfach voller Leben und verschiedener Kulturen ist. Man kann hier so vieles entdecken. Ausserdem ist London das totale Gegenteil zu meinem kleinen Heimatdorf ;-)
- Wie gut kommst du mit deiner Au Pair Familie klar?
Eigentlich komme ich mit meiner Gastfamilie sehr gut klar, da meine sie sehr nett sind und ich eigentlich auch sehr umgänglich. So kommen wir gut miteinander aus. Dennoch muss ich gestehen, das das Verhältnis zu meiner Gastmutter (sie ist alleinerziehend, also es gibt keinen Gastvater) und der großen Tochter noch immer sehr steif ist, auch nach zwei Monaten. Das mag aber auch daran liegen, dass ich beispielsweise meine Gastmutter fast gar nicht sehe, da sie den ganzen Tag arbeitet und wenn sie dann mal da ist, habe ich frei, und dann bin ich in meinem Zimmer oder mit Freunden weg. Aber es wird immer besser.
- Wie groß ist dein Zimmer?
3 x 3 Meter
- Gab es schon Probleme mit deiner Familie? Wie hast du sie gelöst?
Also im Großen und Ganzen gab es noch keine Probleme mit meiner Familie. Wenn ich etwas falsch mache, sagt meine Gastmutter es mir und dann versuche ich es das nächste mal richtig und besser zu machen. Als Tipps kann ich nur sagen, immer wieder entschuldigen, nachfragen und richtig zuhören!
- Wie viel Au Pair Gehalt bekommst du?
£70 die Woche. Ich bin aber auch Au Pair Plus.
- Wie alt sind die Kinder auf die du aufpasst?
Ich muss auf zwei Jungs (7 und 10) aufpassen. Es gibt war noch ein 13 jähriges Mädchen, aber ich muss nicht mehr auf sie aufpassen.
- Hattest du Heimweh?
Also gerade in dem ersten Monat hatte ich fürchterliches Heimweh, da ich mit meiner Gastfamilie in Amerika war und da niemanden kennenlernen konnte. Ich hab nächtelang geheult, mich immer wieder gefragt warum ich den ganzen Unsinn eigentlich mache, wie ich auf die Idee kam ein ganzes Jahr nach England zu wollen, weg von allem Vertrauten.
Falls ja wie hast du dieses Heimweh verarbeitet?
Es hilft nicht pausenlos mit der Familie und Freunden von zu Hause zu telefoniern. Ich hab meine Familie am Telefon weinen gehört und das hat mich noch mehr runtergezogen. Am besten man reduziert die Telefongespräche am Anfang auf einmal in der Woche. Ein besserer Weg sind Emails.
Und dann gibt es nur eins: Rausgehen, Leute kennenlernen, was unternehmen, sich ablenken. Als ich von Amerika wiederkam, bin ich direkt auf AuPair-Treffen gegangen, hab da andere AuPairs kennengelernt, mit dennen ich dann was unternomen habe. Es ist vor allem gut wenn man Gleichgesinnte trifft, also andere AuPairs, denn so kann man über seine Gefühle und Probleme bezüglich Ausland, Heimweh, Gastfamilie sprechen. Das hat mir wahnsinnig geholfen.
- Wie schnell haben sich deine sprachlichen Fähigkeiten weiterentwickelt?
Da ich ja den ersten Monat in Amerika verbracht habe, wo ich keine Gelegenheit hatte, irgendein anderes AuPair kennenzulernen (geschweige denn ein deutsches), habe ich einen Monat pausenlos NUR Englisch gesprochen.
Da meine Kids ja nun auch nicht mehr so klein sind, reden sie ziemlich viel mit mir. Das bedeuted, ich muss auch wirklich den ganzen Tag Englisch reden.
Ein weiterer Punkt ist, das mir meine Gastmutter empfohlen hat viel in Englisch zu lesen. Ich bin nun Mitglied in der Bücherrei und 500 Seiten-Wälzer sind kein Problem mehr für mich.
Dadurch hat sich mein Englisch enorm verbessert. Schon nach dem Amerika-Monat war mein Englisch unglaublich flüssig geworden und mein Wortschatz hat sich, durch das viele Lesen, nach zwei Monaten mindestens verdreifacht.
- Was stört dich am meisten?
- Was findest du am schönsten?
Schön finde ich, wie schnell die Kinder zu mir Vertrauen fanden und wie sie mit mir reden oder spielen. Das sie kommen und mich zum Abschied drücken oder ich auch mal ein Küsschen auf die Wange bekomme. Das ist einfach nur total süß.
- Würdest du deiner Au Pair Familie deinen Freunden / Freund/in vorstellen?
Ich denke schon das meine Eltern/Freunde mich mal besuchen kommen und dann werde ich sie meiner Gastfamilie vorstellen.
- Wieviel Freizeit hast du?
Ich habe praktisch von 8:30 bis um 16:00 frei, dann wieder ab 21:00. Allerdings muss ich in meiner freien Zeit die Küche, Esszimmer, Zimmer der Kinder, Bad der Kinder und mein eigenes Zimmer sowie Bad sauber halten und die Wäsche machen. Dann habe ich noch an zwei Tagen die Woche Sprachschule. Somit geht meine freie Zeit ziemlich schnell jeden Morgen rum.
Das Wochenende habe ich meistens auch frei, allerdings muss ich gelegentlich auch mal am Wochenende auf die Kids aufpassen.
- Wie gefallen dir die Essgewohnheiten deines Au Pair Landes? (Schmeckt das Essen & Trinken, wie teuer ist es etc. )
Na ja, das Essen in England ist schon „different“. Das hier die Kartoffelschale mitgegessen wird finde ich wiederlich, die meisten Salatdressings auch. Zum Frühstück Pencakes finde ich einfach nur ungesund, ganz zu schweigen von dem Weissbrot. Käse essen sie dagegen sogut wie nie. Sprudelwasser würde meine Gastfamilie nie anrühren, ich musste mich auf stilles Wasser umstellen. Das Fleisch essen sie ohne Sosse, was mir zu trocken ist. Da hilft nur Ketchup. Dann wird den ganzen Tag nur Snacks gegessen, um halb 7 abends oder meistens noch später dann ein riesiges Dinner. Die Essenszeiten finde ich fürchterlich. Das meistens auch nicht mit allen zusammengegessen wird finde ich unfamiliär. Den einzigen Punkt den ich bei dem Essen in meiner Gastfamilie befürworte ist, dass es zu jedem Essen ein Gemüse oder Salat gibt.
Auswärts Essen ist schon besser, doch teuer ohne Ende. Aber okay, das mag wohl an London liegen. Bezahlbar ist das Essen an Marktständen oder Restaurantketten wie McDonalds, BurgerKing, Pizzahut, etc.
Allgemein Essen zu kaufen, ist teuer, doch, wie schon gesagt, das liegt an London.
11. September 2007
GERMANY MEETS ISTANBUL
Heute habe ich mich mit einem männlichen AuPair (Jaa, sowas gibt es auch!) auch Istanbul getroffen. Quatschen in Englisch, of course. Ege, 24, ist nun schon das zweite Jahr AuPair bei seiner Gastfamilie. Was zeigt, dass männliche AuPairs nicht unbedingt schlecht sein müssen. Die Familie hätte ihn wohl kaum den Aufenthalt verlängert, wenn sie nicht zufrieden gewesen wäre.
Insgesamt war das Treffen sehr witzig, wir konnten aus zwei verschiedenen Sichtweisen (Deutschland und Istanbul) über England lästern. Über das Verkehrssystem, die Währung und das es keine Milka-Schokolade gibt.
“HAST DU ETWA EIN ALKOHOLPROBEM?”
Zwischendurch hat sich dann aber das Gespräch ein bischen gezogen (was nicht an mir lag). Um das Gespräch aufzulockern, hielt ich es für eine gute Idee über Feiern und Alkohol zu sprechen. Also meinte ich, dass er ja Glück hätte, dass er über 21 wäre, denn so würde er ja in jeden Club reinkommen und könnte überall Alkohol kaufen… Und das es ja total doof für mich wäre, denn ich bin ja erst 20, komme nicht in jeden Club rein (Die kontrollieren hier jeden und wollen die Ausweise sehen.) und kann nicht überall Alkohol kaufen. Und das ich es scheiße finde, dass ich in Deutschland schon sei 4 Jahren Alkohol kaufen kann, seit ich 16 bin und hier nichteinmal mit 20.
Ege kuckt mich ganz verwirrt an und fragt erschrocken ob ich ein Alkoholproblem hätte… Soweit so gut mit dem locker sein. Ich habe dann Ege beruhigt und glaubhaft versichert, dass ich mit Sicherhei kein Alkoholproblem habe.
ÜBER DIE NAZI-ZEIT UND DEUTSCHE SCHULDGEFÜHLE
Irgendwann kammen wir dann auch auf Geschichte, Terrorismus und Kriege zu sprechen. Damit natürlich auch auf die Nazi-Zeit. Auch auf die Schuldgefühle der Deutschen (Natürlich, nicht alle fühlen sich schuldig und von denen, die sich die Nazi-Zeit zurückwünschen will ich hier gar nicht anfangen….).
Jedenfalls meinte Ege, er könne das alles gar nicht verstehen. Die ganze Welt würde Fehler machen, schlimme Fehler, schlimme Kriege, Atombomben, whatever. Nicht nur Deutschland hat Schulden zu begleichen. Man müsse aufhören immer wieder Deutschland ausschliesslich als das Land der Nazis anzusehen.
Und das waren nicht meine Worte. Das von einem Nicht-Deutschen zu hören, ist mal etwas ganz anderes, als wenn man unter Deutschen ist, wenn man sich einredet, dass man sich eigentlich doch gar nicht schuldig fühlen muss “Deutsche/r” zu sein. Denn mal ehrlich, die meisten von uns haben zu der Zeit nicht einmal gelebt. Die Schuldigen sind längst schon tot. Kriegsschulden bezahlen wir trotzdem weiter (Natürlich, es gibt auch noch lebende Opfer). Doch, wann wird Schluss sein?
10. September 2007
WIE DOCH DIE ZEIT VERGEHT …
Ich schreibe das hier nachträglich und muss gestehen, mir fällt rein gar nichts Besonderes mehr für den Tag ein. Das mag wohl daher kommen, dass hier die Tage unglaublich schnell rumgehen…
A NORMAL DAY IN LULUS AU PAIR - LIFE:
6:30 AM Aufstehen, Anziehen
7:00 AM Kids aufwecken, Anziehen, Haare kämmen, Frühstück machen, Tabletten (Fischöl) geben, Zähne putzen, Rucksack packen
7:55 AM Zur Schule bringen, Warten bis beide Kinder im Bus sind
8:30 AM FREI
Shoppen, Bücherrei, Internet, Fernsehen, Spazieren, Jmd treffen, aber auch Staubsaugen, Aufräumen, etc
Dienstags und Donnerstags Sprachschule
4:00 PM Wieder zur Schule gehen
4:30 PM Tonys Bus kommt, Miles aus Nursey abholen, Nach Hause gehen, Hausaufgaben, Kinder Umziehen, Uniformen ordentlich aufhängen, Schul-Rucksack packen (auch wenn er dann morgens nochmal gepackt werden muss), Spielen
6:00 PM Kochen
6:30 PM Supper/Abendessen für die Jungs und mich
6:50 PM Küche aufräumen, Spielen
8:30 PM Jungs ins Bett bringen, Zähne putzen, Pyjamas anziehen
9:00 PM Jungs sollen schlafen (was sie dann trotzdem nicht immer tun), FREI
Und schon ist der Tag rum …
9. September 2007
W-LAN FUNKTIONIERT!!!
Schon seit ein paar Tagen hat meine Gastfamilie nun auch Internet, sogar W-Lan, dass bei allen Laptops (und davon gibt es komischerweise ziemlich viele hier) reibungslos klappt, mit der Ausnahme, war ja klar, von meinem Laptop….
Ich habe dann den halben Sonntag damit verbracht an meinem PC herumzuwerkeln, bis es irgendwann überraschenderweise geklappt. Ich weiss zwar nicht, wie ich das genau hinbekommen hab, aber hauptsache es funktioniert.
Familie gefunden! :)
Oh man, ich bin gerade total aufgedreht und aufgeregt und total happy! Hab gerade mit meiner Gast Mutti Sharon gesprochen und die war so lieb und nett und total besorgt, dass ich auch all meine Fragen stelle und dass es mir auch wirklich gut geht mit dem Aupair Aufenthalt. Sie meinte auch, meine Eltern können sie gerne nochmal anrufen, wenn sie Fragen haben und sichergehen, dass ich da gut aufgehoben bin.
Für die Familie ist es auch das erste Mal, dass sie ein Aupair haben, also für beide Seiten etwas Neues und Aufregendes! :)
Hui… ich freu mich gerade so!
Jetzt muss ich noch haufenweise Zeugs erledigen und dann geht’s am 06.Oktober auf nach London! Yeah, baby…! ;)
edit: es geht doch erst am 22. Oktober los! Ist eigentlich auch gar nicht so schlecht, weil meine Eltern am Dienstag erst aus Thailand wiederkommen und dann haben die auch noch ‘ne Weile was von mir! :)
1. Mal Babysitten
Das war ja gestern ein Tag!!!
Mayi ist gegen 16:30 h losgefahren, da sie in die City wollte, um abends gemeinsam mit Erik einen Film im Kino zu gucken.
Da fing das Geheul schon an. Clara wollte das die Mama da bleibt und als sie mit dem Auto losgefahren war, hat sie sich heulend in die Ecke gelegt.
Nachdem sie sich beruhigt hatte konnten wir ein bisschen nach draußen in den Garten gehen und Dreirad bzw. Bobbycar fahren. ![]()
Zwischendurch gab es dann einen kleinen Snack und die Kids waren wieder glücklich. ^^
Als wir wieder drinnen waren spielten wir noch ein bisschen gemeinsam und dann hieß es auch schon Essen vorbereiten.
Zuerst habe ich das Wasser aufgesetzt und dann schon mal geguckt, wie viele Tortellini wir nehmen. Dazu gab es dann noch eine leckere Käse-Soße, die mir diesmal echt toll gelungen ist. Jaja, man soll sich ja nicht selber loben, aber es war wirklich so ![]()
Malena fing gleich an gut zu essen nur Clara fing schon wieder an Probleme zu machen. Es fing damit an, dass sie erst gar nicht an den Tisch kommen wollte. Als ich und Malena dann aber beide angefangen hatten zu essen kam sie doch und nahm einen Minibissen. Danach kam aber gar nichts mehr.
Malena hat dann irgendwann aufgegessen und ihren Joghurt bekommen, aber Clara aß nicht wirklich. Sie hatte dann die typischen Symtome, die sie immer hat, wenn wir essen: Bauchschmerzen und Kopfschmerzen… ![]()
Ich habe dann zu ihr gesagt sie soll ihren Teller leer essen, während ich Malena ins Bett bringe.
Aber als ich wieder runtergekommen bin, war der Teller noch genauso voll wie vorher. Dann meinte sie soll ich die Stückchen kleiner schneiden und dann waren ihr die Tortellini zu kalt. Also musste ich sie klein schneiden und nochmal aufwärmen. Irgendwann gegen 19:30 h rief die Oma aus Madrid an und wollte mit Clara sprechen, aber als ich ihr den Hörer gegeben habe, hat sie bestimmt 1 Minute lang nichts gesagt. Als ich dann aufgestanden bin, um zu der schreienden Malena zu gehen, fing sie urplötzlich an etwas zu sagen.
Als ich dann wieder da war, habe ich mich zu ihr gesetzt und so lange gewartet, bis der Teller fast leer war, das war dann gegen 20:00 h, also nach 1,45 h die sie am Tisch saß!!! ![]()
Dann hieß es schnell nach oben, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen und ein Buch angucken. Es war das Flughafenbuch, das ihr so gut gefällt. Nach ein paar Seiten meinte ich dann es wäre Zeit zum Schlafen und sie machte dann auch keine Probleme mehr.
Sie rief bloß einmal noch und danach war auch Ruhe.
Nun hieß es das Chaos unten zu beseiteigen…
Erstmal den Tisch abräumen, den Tisch und die Stühle abwischen, das Geschirr abwaschen und dann noch das Spielzimmmer aufräumen. Alles in allem, war ich gegen 21:00 h fix und fertig.
Gegen 21:20 h kamen dann auch schon Mayi und Erik zurück.
Tja, dass war der erste Abend, wo ich mit den Kids alleine fertig werden musste und es hat halt teilweise gut geklappt (Malena) auf der anderen Seite halt nicht wirklich (Clara). Ich denke das wird sich noch bessern, es werden noch mehrere solche Abende folgen.
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8. September 2007
SAMSTAGABEND IN CAMDEN TOWN
Der Tag verlief wunderbar ruhig (Klar, die Kids waren ja ausser Haus…) und ich hatte mich mit einem Au Pair für um 8 h in Camden Town verabredet. Camden Town bietet nicht nur ein reichhaltiges Angebot an Pubs und Clubs, sondern auch allerlei Freaks und Drogenhändler …
FRAUENPROBLEM
Wow, endlich, das erste mal wieder unter Leute in einen Club, mir erschien es eine passende, nein sogar perfekte, Gelegenheit meine neuen Schühchen auszuführen…
Also bin ich um halb 8 losgestöckelt. Auf halben Weg zur ersten Tube-Station habe ich meine Schuhwahl schon bitterlich bereut…
“DO YOU WANT MARIUANA? CHEAP CHEP!!!”
Auf dem Weg zum Barfly wurde uns dann ständig was angeboten. (Hallo, Sehen wir vielleicht so aus als ob wir es brauchen würden???) Dann haben wir uns doch gegen das Barfly entschieden, haben bei Subway ein Sub gegessen und sind schließlich wieder den ganzen Weg zurück zum KOKO (www.koko.uk.com) gegangen, ein anderer Club. Wieder vorbei an den netten Männern mit den netten Drogen. Da fragt man sich doch, wo ist hier die britische Polizei?! Die laufen den ganzen Tag in allen möglichen Nobelvierteln Streife, aber hier niemand. Die könnten an einem Abend halb Camden Town verhaften, entweder weil die Leute Drogen verkaufen, oder weil sie sie kaufen und nehmen…
WAS??? £15 EINTRITT???
Dann standen wir vor dem KOKO. Imposant von aussen, imposant von innen (wie ich später herausfand). Dann der Schock:
£15 Eintritt!!!
Gerade als wir beschlossen hatten, dass £15 eindeutig zu viel sind, kammen 5 Typen und meinten sie könnten eine von uns drei Mädels mit reinnehmen, zu sechst bekommt man Rabatt. Doch was ist mit den anderen zwei?
In dem Moment tippt mir eine Frau auf die Schulter. Sie hätte ausversehen zwei Eintrittskarten zuviel gekauft. (Wie dumm kann man sein?…) Jedenfalls könnten wir die zwei Karten haben. Umsonst. (Dankeschön Miss Unbekannt!)
Das Schicksal hatte es gut mit uns gemeint! Also brauchten wir nur noch eine Karte, dessen Preis wir uns dann geteilt haben (Dank Sechser-Rabatt keine £5 ).
Die Musik war echt ganz ok (Live-Bands), die letzte Band richtig richtig gut.
Allerdings, die Typen sind eindeutig zu aufdringlich und gegenfalls auch noch high (Ein Typ stand neber mir, mitten im Club, zieht sich was durch die Nase und spricht mich an… Hilfe…)…. Vielleicht ist mir das alles in Deutschland nicht so aufgefallen. Vielleicht haben aber ein paar Engländer ein Drogenproblem. Keine Ahnung.
Na ja, insgesamt war es doch ganz lustig!
AUA … MEINE FÜSSE SCHMERZEN …
Um halb 12 (das ist eigentlich schon extrem peinlich) hab ich mich dann entschlossen zu gehen, da erstens meine Füße fürchterlich schmerzten (To much dancing…) in den neuen Schuhen und ich zweitens Angst hatte, nicht mehr mit meiner Tube nach Hause zu kommen, da die Tube ja auch irgendwann nachts nicht mehr fährt und ich das mit den Busen noch nicht ausprobiert hatte.
Also, raus aus dem Club und raus aus den Schuhen. Ich konnte beim besten Willen keinen weiteren Schritt damit gehen!
Also bin ich barfuß nach Hause gelaufen. Was solls? Mich kennt hier ja eh keiner!
Als ich dann zu Hause angekommen bin war ich platt ohne Ende, meine Strumpfhose kaputt und meine Füße schwarz….
Ausflug nach Daisy Hill
Es gibt mal wieder was neues zu berichten.
Gestern ging es zusammen mit Mayi und den Kids nach Daisy Hill zu den Kängurus und Koalas. ![]()
Wir sind schon früh aufgestanden, denn je früher man dort ist desto schöner ist es meinte Mayi. (Mir war das eigentlich egal, wir hätten auch später hinfahren können)
Als wir dort angekommen waren, sind wir ersteinmal eine Runde spazieren gegangen. Irgendwann habe ich dann 2 Kängurus entdeckt. Da habe ich mich ganz langsam herangeschlichen, um ein paar Fotos zu machen. ![]()
Danach sind wir noch ein bisschen weiter in den Wald hereingegangen, mit der Hoffnung noch ein paar andere Kängurus zu entdecken, aber leider waren keine da. ![]()
Gegen 10:00 h haben wir uns dann auf den Weg zum Koala Centre gemacht, da es ab da an geöffnet hatte.
Bereits am Eingang sahen wir das viele Kindergruppen dort waren, also wollten wir natürlich so schnell, wie möglich rein. Doch bevor wir reingegangen sind hat uns ein Australier gezeigt, dass oben im Baum ein Koala sitzt. Nach kurzer Suche haben Mayi und ich ihn auch entdeckt und ein wenig später auch Clara.
Drinnen gab es ein kleines “Gehege” (nicht wirklich ein Gehege, da es ohne Gitter oder Glas war), da saßen 2 Koalas und haben geschlafen, so wie sie es immer tun
Dann sind wir noch nach oben gegangen. Hier gab es nichts besonderes, nur einen Souvenirshop und einen Blick runter zu den Koalas.
Von hier aus konnte man nach draußen gehen und über eine Treppe auf eine Aussichtsplatform gelangen, von wo aus man die Koalas sehen könnte. Aber es waren leider keine weit und breit ![]()
Dann sind wir wieder nach drinnen gegangen und da habe ich mir im Souvenirshop ein Cap gekauft. In Beige mit einer australischen Flagge drauf + der Aufschrift “Australia” ![]()
Nun war es auch schon 10:45 h und wir machten uns auf den Weg zurück nach Hause.
Das war bestimmt nicht mein letzter Besuch in Daisy Hill, denn es war super schön da.
Aktuell: Burma - Blogs
Eigentlich passt es nicht zu diesem Blog aber wieso unversucht lassen? Gefunden bei Robert & dem Startupblog.
Folgende Blogs berichten live aus Burma und werden von mutigen Krankenhausmitarbeitern, Demonstranten und Studenten mit Informationen versorgt:
http://www.ko-htike.blogspot.com (u.a. englischsprachig)
http://seinkhalote.blogspot.com
http://mr-jade.blogspot.com
http://www.burmagateway.org (englischsprachig)
http://www.mizzima.com (englischsprachig)
http://www.irrawaddy.org/protests/BurmaProtests.php#25-13 (englischsprachig)
http://reporterdairy.blogspot.comIch denke, dies ist der beste Weg um an Bildmaterial und Informationen direkt aus Burma zu gelangen. Weitere Blogs und vor allem Verlinkungen sind herzlich Willkommen! (via Startupblogger)
Spiegel Online schreibt dazu folgendes:
Als die Machthaber 1988 rund 3000 Oppositionelle ermordeten, wurde das von der Weltöffentlichkeit praktisch nicht registriert. Jetzt werden die Massenproteste der Mönche genau verfolgt. Ermöglicht wird dies durch die Arbeit Hunderter Blogger, die ihre Eindrücke schildern - und so ihr eigenes Lebens aufs Spiel setzen. In kaum einem anderen Land wird das Internet so intensiv kontrolliert wie in Burma. Wer einen Computer betreibt und nicht den staatlichen Internet-Anbieter benutzt, dem droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. Die Anbieter kostenloser E-Mail-Adressen werden blockiert.
…
Das Echo ist enorm: Die Zugriffe auf den Blog von Ko Htike haben sich in den vergangenen Tagen verzehnfacht. Der in London lebende Burmese hat seinen Literatur-Blog in ein politisches Forum verwandelt
…
Ko Htike hofft, durch den Kontakt über das Internet auch seine Informanten im Land schützen zu können. Der Augenzeugenbericht, den er in seinem Blog veröffentlicht hat, zeigt aber, wie die Situation in Burma eskaliert - und welche Angst die Menschen im Land haben. (via Robert Basic)
Jeder der von euch einen Blog hat, verlinkt die oberen Blogs, damit sie mehr Aufmerksamkeit bekommen & man über das tatsächliche Geschehen in Burma etwas erfährt. Ich wäre euch sehr verbunden. Im heutigen Zeitalter muss es doch möglich sein, Konflikte friedlich und ohne Militär zu lösen.
Ich suche eine Familie… :)
Also, noch stecke ich mitten in den Vorbereitungen für meinen AuPair-Aufenthalt. Ich muss mich noch für eine Familie entscheiden bzw. eine Familie muss sich für mich entscheiden ;) und dann geht’s hoffentlich ganz bald los nach ENGLAND! Und dann werde ich hier auch gaaanz aktiv werden…! :)
7. September 2007
SHOPPING, SHOPPING, SHOPPING
Die größte “Shopping-Meile” hier ist die Oxford-Street, sogar gar nicht soo weit weg von mir. Da gibt es “Primark” (www.primark.co.uk), ein riesengroßes Geschäft mit klitzekleinen Preisen. Sehr berühmt dafür. Ich wollte da heute mal hin, natürlich nur, um mir das Ganze mal anzusehen…
Ähm ja, raus bin ich mit einer großen Tasche voller Zeug. Zuerst mal, es ist wirklich alles sehr billig. Richtig billig. Luisa-im-Kaufrausch-billig. Ich habe nur £15 ausgegeben, für Schuhe, Rock, Strumpfhose, Pantoffel (SCHÄFCHEN), Duschgel (Cocosnuss, wie ich es liebe!), eine Tasche, ein Top und Kleiderbügel.
Nach Hause bin ich dann nicht mit der Tube gefahren, man muss ja Geld sparen, sondern gelaufen. Okay, ich war ca. 45 Minuten unterwegs, aber trotzdem ist mir mal wieder klar geworden, wie nah ich doch an dem Stadtkern wohne… Armer Geldbeutel…
FREI
Abends hat dann der Vater die Kids wieder mal übers Wochenende zu sich geholt, was für mich bedeutet, dass ich frei habe. Das ganze Wochenende, was für ein Genuß!
6. September 2007
ERSTER SCHULTAG
Die Jungs hatten heute ihren ersten Schultag:
Klar, mal wieder Chaos vom Feinsten… Bevor mein Wecker um 6:30 h klingeln konnte, stand Tony um 5 h in meinem Zimmer. Miles hätte sich erbrochen. Oh nein! (Hallo??? Warum kommen die zu mir, die Mutter ist ja schließlich auch noch da….) Ich also erstmal zu dennen runter ins Zimmer gerannt (man bemerke, immer noch im Halbschlaf und Pyjama) und hab dann erstmal die zwei wieder beruhigt. Hab das Erbrochene halbwegs aufgewischt und Miles überredet, dass er versucht weiterzuschlafen. Dann habe ich mich angezogen und bin wieder runter. Miles war nur am Jammern, er hätte Bauchschmerzen, er wäre krank, könnte nicht zur Schule gehen. (Schöner kann das Aufwachen am Morgen nicht sein…)
Meine Gastmutter hat ihn allerdings trotzdem aus dem Bett geschmissen und ihn in die Schule geschickt. Dann haben die zwei auch noch ihre Uniformen verwechselt (Tony trägt einen schwarzen Anzug und eine rote Krawatte, Miles trägt einen grauen Anzug und eine graue Krawatte). Dann konnte ich nicht die Krawatten binden und bei den Jungs sah es total schrecklich aus, wenn sie es selber gemacht haben. Dann wollten sie nichts frühstücken. Dann stand der Vater vor der Tür… Toll, das Chaos ist perfekt! Hilfe, wir kommen zu spät!!! Unser Fahrer verfährt sich (In London kann man in der Beziehung nur den Cap-Fahrern vertrauen, die müssen eine bestimmte Prüfung ablegen bevor sie die Caps fahren dürfen, und müssen dabei JEDE Straße von London auswendig können, und London ist groß….). Die Jungs müssen zu zwei verschiedenen Gebäuden (daher, sie brauchen auch morgens zwei verschiedene Buse und kommen in zwei verschiedene Busen heim). Dann haben wir den Platz nicht gefunden, an dem der Bus hält…. Ich war echt froh als der Tag rum war…
Aber: Ich hab jetzt immer praktisch von 8 - 16 h frei. Jetzt kommt die Chill-Zeit….
4. September 2007
ICH HAB ‘SE IM GRIFF
Ich muss ja ganz stolz erzählen: Ich denke, ich hab die Jungs endlich im Griff! Klar wollen die nicht immer das machen was ich verlange, aber sie machen es. Zwar mit Geschrei und Tränen (nimmt aber langsam ab), dennoch, sie machen was ich will! Hartnäckigkeit zahlt sich eben doch aus!
Ich chille …
3. September 2007
ERSTE GROSSE BESTRAFUNG
Heute morgen mal wieder Chaos. Miles wollte sich nicht die Zähne putzen, hat einen Aufstand gemacht und ist weggerannt. Zur gleichen Zeit hat es geklingelt und eine Frau von der Versicherung, die das ganze Haus besichtigen wollte, stand vor der Tür und Tony wollte unbedingt irgendwas zusammen mit mir spielen. Na ja, ich hab alles irgendwie gemanaged bekommen, aber ich war echt sauer auf Miles, der sich echt unmöglich benommen hat. Als erstes hab ich dem verboten Fernseh zu schauen, den ganzen Tag lang! Dann war der sauer und hat mich beschimpft. Das geht ja mal gar nicht! Also, nächste Bestrafung: Der musste sich zu mir an den Tisch setzen und lesen (Anmerkung: Miles HASST Lesen!). Das hat dem überhaupt nicht gepasst. Aber alles Jammern und Schreien hat nichts genutzt, ich habe den erst nach zwei Stunden wieder aufstehen lassen. Das hat gefruchtet, danach hat der sich besser benommen…
MAL WIEDER IN DEN PARK
Später dann mal wider in den Regents Park. Spielen. Toben. Spass. Für die Kids, für mich nur Langeweile, aber ich hatte ja ein Buch dabei. 140 Seiten in zwei Tagen, dass sagt schon alles!
Die Jungs haben dann auch noch zwei andere Jungs aus St. John’s Wood kennengelernt, die auch erst seit drei Tagen in London wohnen und von Kopenhagen kommen, aber Polen sind. Ich frage mich langsam, wann ich mal ein paar wirkliche “Engländer” kennenlerne. Jedenfalls haben die Jungs jetzt ein paar neue Freunde und das freut mich wirklich für die Beiden. Das tut den Jungs glaube ich mal ganz gut. Freunde treffen. Das Haus mal verlassen.
Obwohl sie das auch in der Schule bekommen, die übrigens erst am Donnerstag anfängt…
STIMMUNGSBAROMETER STEIGT!
Ich habe langsam das Gefühl, dass die Gespräche und das Verhältnis mit / zu meiner Gastmutter besser wird. Es wird langsam lockerer und entspannter. Wir reden länger. Und sie hat sogar gemeint, dass es ihr leid täte, dass ich jetzt so eine lange Woche habe mit so viel Arbeit…

