Interview mit Luisa
Heute gibt es das 2. Interview diesmal mit der Luisa die sich gerade in London aufhält sonst aber in Helferskirchen wohnt. Sie schreibt über viele Dinge die man beachten muss. Lest es euch durch! :)
- Was hat dich dazu bewegt eine Au Pair Zeit einzulegen?
Ich wollte schon immer einmal für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen und bin ein großer London-Fan. Dann hat es sich natürlich zeitlich angeboten nach dem Abi für ein Jahr wegzugehen, sozusagen eine „Pause“ bis zum Studium. Für die Arbeit als AuPair habe ich mich entschieden, da ich erstens Kinder mag und auch schon immer viel bei Kinderfreizeiten, Zeltlagern etc. mitgeholfen habe und zweitens AuPair neben Work&Travel, etc. die mit Abstand billigste Variante des Auslandsaufenthaltes war.
- Hast du alles selber organisiert oder bist du mit einer Organisation unterwegs?
Ich kann auf jeden Fall nur davon abraten den Auslandsaufenthalt ohne eine Agentur zu planen, da man vor der Abreise viele Unterstützung und Informationen bekommt, und im Ausland auch Hilfe wenn es mal zu Problemen mit der Gastfamilie kommt. Wenn es dann mit der Gastfamilie gar nicht mehr klappt, kann man an eine andere Gastfamilie vermittelt werden. Ohne Organisation sitzt man dann im Flugzeug nach Hause.
Falls ja, welche Organisation?
Sehr zufrieden, ich wurde gut informiert.
Allerdings, andere Agenturen haben andere Vermittlungsstrategien, welche auch nicht schlecht sind. Trotzdem bin ich mit meiner Agentur sehr zufrieden.
- Wieso möchtest du gerade in diesem Land (Stadt) wo du dich gerade aufhälst Au Pair sein?
Ich wollte schon immer mal nach London, da London einfach voller Leben und verschiedener Kulturen ist. Man kann hier so vieles entdecken. Ausserdem ist London das totale Gegenteil zu meinem kleinen Heimatdorf ;-)
- Wie gut kommst du mit deiner Au Pair Familie klar?
Eigentlich komme ich mit meiner Gastfamilie sehr gut klar, da meine sie sehr nett sind und ich eigentlich auch sehr umgänglich. So kommen wir gut miteinander aus. Dennoch muss ich gestehen, das das Verhältnis zu meiner Gastmutter (sie ist alleinerziehend, also es gibt keinen Gastvater) und der großen Tochter noch immer sehr steif ist, auch nach zwei Monaten. Das mag aber auch daran liegen, dass ich beispielsweise meine Gastmutter fast gar nicht sehe, da sie den ganzen Tag arbeitet und wenn sie dann mal da ist, habe ich frei, und dann bin ich in meinem Zimmer oder mit Freunden weg. Aber es wird immer besser.
- Wie groß ist dein Zimmer?
3 x 3 Meter
- Gab es schon Probleme mit deiner Familie? Wie hast du sie gelöst?
Also im Großen und Ganzen gab es noch keine Probleme mit meiner Familie. Wenn ich etwas falsch mache, sagt meine Gastmutter es mir und dann versuche ich es das nächste mal richtig und besser zu machen. Als Tipps kann ich nur sagen, immer wieder entschuldigen, nachfragen und richtig zuhören!
- Wie viel Au Pair Gehalt bekommst du?
£70 die Woche. Ich bin aber auch Au Pair Plus.
- Wie alt sind die Kinder auf die du aufpasst?
Ich muss auf zwei Jungs (7 und 10) aufpassen. Es gibt war noch ein 13 jähriges Mädchen, aber ich muss nicht mehr auf sie aufpassen.
- Hattest du Heimweh?
Also gerade in dem ersten Monat hatte ich fürchterliches Heimweh, da ich mit meiner Gastfamilie in Amerika war und da niemanden kennenlernen konnte. Ich hab nächtelang geheult, mich immer wieder gefragt warum ich den ganzen Unsinn eigentlich mache, wie ich auf die Idee kam ein ganzes Jahr nach England zu wollen, weg von allem Vertrauten.
Falls ja wie hast du dieses Heimweh verarbeitet?
Es hilft nicht pausenlos mit der Familie und Freunden von zu Hause zu telefoniern. Ich hab meine Familie am Telefon weinen gehört und das hat mich noch mehr runtergezogen. Am besten man reduziert die Telefongespräche am Anfang auf einmal in der Woche. Ein besserer Weg sind Emails.
Und dann gibt es nur eins: Rausgehen, Leute kennenlernen, was unternehmen, sich ablenken. Als ich von Amerika wiederkam, bin ich direkt auf AuPair-Treffen gegangen, hab da andere AuPairs kennengelernt, mit dennen ich dann was unternomen habe. Es ist vor allem gut wenn man Gleichgesinnte trifft, also andere AuPairs, denn so kann man über seine Gefühle und Probleme bezüglich Ausland, Heimweh, Gastfamilie sprechen. Das hat mir wahnsinnig geholfen.
- Wie schnell haben sich deine sprachlichen Fähigkeiten weiterentwickelt?
Da ich ja den ersten Monat in Amerika verbracht habe, wo ich keine Gelegenheit hatte, irgendein anderes AuPair kennenzulernen (geschweige denn ein deutsches), habe ich einen Monat pausenlos NUR Englisch gesprochen.
Da meine Kids ja nun auch nicht mehr so klein sind, reden sie ziemlich viel mit mir. Das bedeuted, ich muss auch wirklich den ganzen Tag Englisch reden.
Ein weiterer Punkt ist, das mir meine Gastmutter empfohlen hat viel in Englisch zu lesen. Ich bin nun Mitglied in der Bücherrei und 500 Seiten-Wälzer sind kein Problem mehr für mich.
Dadurch hat sich mein Englisch enorm verbessert. Schon nach dem Amerika-Monat war mein Englisch unglaublich flüssig geworden und mein Wortschatz hat sich, durch das viele Lesen, nach zwei Monaten mindestens verdreifacht.
- Was stört dich am meisten?
- Was findest du am schönsten?
Schön finde ich, wie schnell die Kinder zu mir Vertrauen fanden und wie sie mit mir reden oder spielen. Das sie kommen und mich zum Abschied drücken oder ich auch mal ein Küsschen auf die Wange bekomme. Das ist einfach nur total süß.
- Würdest du deiner Au Pair Familie deinen Freunden / Freund/in vorstellen?
Ich denke schon das meine Eltern/Freunde mich mal besuchen kommen und dann werde ich sie meiner Gastfamilie vorstellen.
- Wieviel Freizeit hast du?
Ich habe praktisch von 8:30 bis um 16:00 frei, dann wieder ab 21:00. Allerdings muss ich in meiner freien Zeit die Küche, Esszimmer, Zimmer der Kinder, Bad der Kinder und mein eigenes Zimmer sowie Bad sauber halten und die Wäsche machen. Dann habe ich noch an zwei Tagen die Woche Sprachschule. Somit geht meine freie Zeit ziemlich schnell jeden Morgen rum.
Das Wochenende habe ich meistens auch frei, allerdings muss ich gelegentlich auch mal am Wochenende auf die Kids aufpassen.
- Wie gefallen dir die Essgewohnheiten deines Au Pair Landes? (Schmeckt das Essen & Trinken, wie teuer ist es etc. )
Na ja, das Essen in England ist schon „different“. Das hier die Kartoffelschale mitgegessen wird finde ich wiederlich, die meisten Salatdressings auch. Zum Frühstück Pencakes finde ich einfach nur ungesund, ganz zu schweigen von dem Weissbrot. Käse essen sie dagegen sogut wie nie. Sprudelwasser würde meine Gastfamilie nie anrühren, ich musste mich auf stilles Wasser umstellen. Das Fleisch essen sie ohne Sosse, was mir zu trocken ist. Da hilft nur Ketchup. Dann wird den ganzen Tag nur Snacks gegessen, um halb 7 abends oder meistens noch später dann ein riesiges Dinner. Die Essenszeiten finde ich fürchterlich. Das meistens auch nicht mit allen zusammengegessen wird finde ich unfamiliär. Den einzigen Punkt den ich bei dem Essen in meiner Gastfamilie befürworte ist, dass es zu jedem Essen ein Gemüse oder Salat gibt.
Auswärts Essen ist schon besser, doch teuer ohne Ende. Aber okay, das mag wohl an London liegen. Bezahlbar ist das Essen an Marktständen oder Restaurantketten wie McDonalds, BurgerKing, Pizzahut, etc.
Allgemein Essen zu kaufen, ist teuer, doch, wie schon gesagt, das liegt an London.

