OH FUCK!
Als ich morgens in die Küche kam, lag ein großer Zettel auf der Spühle mit “Bitte lass nicht den Löffel im Essensschlucker!” und einem :(-Smiley. Hää? Wie Löffel … ?
Na ja, ich hab erstmal die Kinder zur Schule gebracht und mir nichts dabei gedacht. Als ich zurückkam, war mien Gastmutter in der Küche und ziemlich sauer. In diesem Essensschlucker wäre ein Löffel drin und irgendein Idiot hat das Ding angestellt und den Löffel zwischen den Rädern eingeklemmt und jetzt klappt nichts mehr. Irgendjemand, irgendein Idiot hat das gemacht. Tja, und die Kinder würden da ja nieeeeeeeeeee dranghen, somit würden ja nur noch als Schuldige ihr Freund und ich bleiben. Meine Vermutung ist, dass es eben doch eines der Kinder war, die natürlich niemals da dran gehen, aber egal. Jedenfalls war meine Gastmutter echt sauer. Ich mag es nicht, wenn sie sauer ist, also meinte ich, es wäre zwar nicht meine Schuld, aber ich könnte verstehen das sie sauer ist und würde versuchen den Löffel rauszuziehen. Darauf meinte sie nur ganz schnippisch, das hätte sie schon versucht und sie müsste wohl jemanden kommen lassen, der das alles repariert. Dann ist sie zur Arbeit gegangen, immer noch stinksauer.
Oh Fuck! Ich hab nur noch eine riesige Rechnung vor meinen Augen gesehen. Vielleicht sollte ich dabei erwähnen, dass mir am Montag eine der Falttüren von dem Schrank, in dem die Waschmaschine steht, aus der Halterung raus und am Dienstag ein Weinglas kaputt gegangen ist. Ich bin halt ein Tollpatsch (was das Glas anbelangt) und die Türen sind einfach nur total uralt, aber das mit dem Löffel war ich echt nicht!
Trotzdem, wie schon gesagt, ich will nicht das meine Gastmutter sauer ist. Also Ärmel hochgekrempelt und reingepackt in das Ding…
OH COME ON, STUPID SPOON!
Da hing ich dann über eine halbe Stunde, mit meinem rechten Arm in dem Essensschlucker steckend und hab den Löffel kontinuierlich ein Stückchen vor und zurück bewegt, bis ich den Löffel endlich raus hatte, total zerbogen. Den Löffel hab ich dann erstmal in den Mülleimer verfrachtet und meine Hände mit Seife bearbeitet…. Baah… war das eckelhaft!
FÜR NICHTS UND WIEDER NICHTS
Dann die große Spannung: Wird es funktionieren? … Natürlich nicht. War ja klar. Da tut sich auch ohne Löffel nichts mehr.
TEA MORNING FOR AU PAIRS
Eigentlich wollte ich ja auch um 10:30 auf einem AuPair-Treffen von YMCA sein. Jetzt hatte ich viel zu viel Zeit mit dem besch… Löffel verschwendet.
Trotzdem bin ich noch losgelaufen, mit der Tube gefahren und hab mich (aufgrund von Stress und der schlechten Wegbeschreibung) verlaufen. Um 11:00 war ich dann endlich da. Mein erster Eindruck: Jeder spricht Deutsch, klar, ist ja auch eine deutsche Agentur. Wie wundervoll! Das ich zu spät war, war egal. Alle waren nett und mein Bekanntenkreis ist mal wieder gewachsen. Die meisten AuPairs, die bei dem Treffen waren, wurden durch YMCA vermittelt, wobei es da wesentliche Unterschiede beim Vermitteln gibt.
Während ich ja schon in Deutschland mit meiner Gastfamilie in Kontakt getreten bin und mich entschieden habe, fliegen die AuPairs ohne Vermittlung nach London, wohnen ein paar Tag im Hotel (mit anderen zukünftigen AuPairs, also eine gute Gelegenheit direkt Leute kennenzulernen), treffen ein bis zwei (oder auch mehr) Familien und entscheiden sich dann vor Ort für eine Familie. Eigentlich finde ich das gar nicht so schlecht. Man sieht nicht nur die Familie in real, sondern auch die Umgebung, das Haus, das eigene zukünftige Zimmer. Allerdings, wenn man nach London fliegt, hat man noch keine feste Familie, man weiss noch nicht wo man genau wohnt.
Eigentlich für mich auch vollkommen egal, ist jetzt eh alles zu spät.
ROTE HAARE ÜBERALL
Unter anderem hab ich sogar ein anderes AuPair mit roten Haaren kennengelernt.
Mit Christiane war ich dann später auch noch in dem legendären “Topshop” (www.topshop.com). Accesoirs und Kleidung auf zwei Etagen …. Hammer! Aber für meinen Geldbeutel eindeutig zu teuer, aber die Preise in London schocken mich schon nicht mehr wirklich …