Starbuckish

Die Firma für die ich arbeite heißt Starbucks. In Deutschland mehr Mythos aus amerikanischen Serien als Realität wird es hier fasst schon als Plage angesehen. In Downtown Vancouver gibt es sogar zwei an einer Ecke.
Um also einmal einen kleinen Einblick in meinen Alltag zu geben: 1971, wenn ich mich recht entsinne, gegründet, hat Starbucks vor allem Ende der Neunziger einen Riesenaufschwung erhalten. Bis dahin gab es die Coffeeshops nur in Nordamerika und auf einmal sind sie überall. Fernziel sind weltweit 30000 Filialen… kann man sich gar nicht vorstellen. Mich persönlich stört daran, dass das eigentliche Kaffeetrinken mit Freunden schnell zum Kaffeeholen, zur Normalität, zum Alltag wird. In Deutschland laufen wir kaum mit Papierbechern durch die Gegend, hier tut es jeder zweite. Bald allerdings wird sich diese “Kultur” auch in der Heimat durchsetzen. Dabei behalten auch die Getränke ihre englischen/amerikanischen Originalnamen und den hohen Kaloriengehalt sowieso. Trotzdem hat die Firma eine Philosophie, ein Ziel, eine Idee und das ist es, was mich fasziniert. Der Gründer ist jetzt noch Chef. Der amerikanische Traum sozusagen. Doch obwohl wir Europäer immer über dieses “gute Ende” in Hollywoodfilmen lachen hat es hier seine Faszination, wenn man feststellt, dass es auch wahr werden kann. Außerdem lerne ich nicht nur Dinge über Kaffee, ich kann auch, wenn ich die Augen offen halte viel über eine rein kapitalistische Firma lernen. Klar führen Unternehmen soziale Maßnahmen nur durch, um damit die Angestellten bei Laune zu halten und nicht zur Revolution, oder schilmmer noch, zur Konkurrenz zu bringen. Aber diese Maßnahmen sind trotz allem äußerst effektiv. Gesundheitsversicherung, Bildungsmaßnahmen, gegenseitiger Respekt und nicht zuletzt Aktienanteile, die schon einige Mexikourlaube finanziert haben, sind nicht zu verachten und machen das Leben leichter. Wir leben nicht mehr in einer Welt, in der jeder kleine Kassierer sein Leben verloren hat. Wir sind in einer Welt angekommen, in der jeder dieselben Rechte wie sein Chef hat. Und das ist gut. Ich fühle mich nicht wie bei McDonalds, und selbst die haben mittlerweile wahrscheinlich eine soziale Unternehmensführung. Ich bin bei Starbucks und dem Kaffee hier zu Hause angekommen. Das freut mich. Wollte ich nur mal los werden.

1 Kommentar bis jetzt. »

  1. 1

    Sandra said,

    Juni 2, 2007 @ 18:16

    Ich muss sagen, wir haben in einer Distanz von 20min DREI Starbucks. 2 in Bochum (nah beieinander!) und einer in Dortmund und weitere sind geplant… die “Plage” kommt ;)

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