Verlustanzeige

ich werde mich jetzt einmal 5 minuten meinem unglaublichen übungsbuch entreißen und mein wunderbares wochenende niederschreiben. Nach einem sehr netten anfang sollte sich der Samstag als richtiger scheiß tag heraus stellen, der damit endete, dass mir meine tasche geklaut wurde, ich nachts um4 alleine mitten in london auf der straße rumgerannt bin und mich das erste mal richtig verloren in dieser stadt gefühlt habe. Sehr hilfreich auch die londoner polizei „ nein unser telefon können sie nicht benutzen um ihre kreditkarte zu sperren, gehen sie doch zur telefonzelle!“

„mir wurde gerade meine tasche+GELD geklaut^^- danke für die hilfe!“

Supersache. Ich war um7 im bett,nachdem ich dann mitten in der nacht noch mit meiner mutter telefoniert habe.umso schöner war es am nächsten tag festzustellen, wie lieb ich hier aufgenommen bin. Alle haben mich umsorgt und mir tee gebracht als wär ich totkrank;) da war die verzweiflung dann auch nicht mehr so groß…

Naja jetzt bin ich erstmal mensch ohne identität und fahren darf ich auch nicht mehr. Habe heute einen ausflug zur deutschen botschaft unternommen und ne menge geld bezahlt. Aber war beruhigend zu hören,dass das ja ständig passiert^^.. ach so ein kackmistL*heul*

Vielleicht bekomm ich aber was von der versicherung, weil es raub war und nicht diebstahl. Naja in dem jahr lern ich wirklich nur dazu…haha

So jezz muss ich das nicht mehr jedem einzeln erzählen;) und widme mich wieder meinem buch. Jaja..ich hab angefangen was zu tun, weil nächste woche ist examen und dann ist tot…aus vorbei..ich werd sterben.

In diesem sinne…schönen abend noch!

Anbei ein auszug aus einem artikel der zeit über den verlust von vorbildern. Ich will ja niemanden angucken,aber:Sehr interessant…;)

“…Wenn nun alles und jeder online ist, dann hat das auch Konsequenzen für die Art, wie Vorbilder überhaupt noch funktionieren. Das hat die Journalistin Emily Nussbaum gerade im New York Magazine beschrieben. »Die Jugend entblößt sich selbst im Internet«, sagt sie, »und die alte Generation schaut so alarmiert und verständnislos wie zuletzt in der Frühphase des Rock ’n’ Roll. Die Zukunft gehört den Hemmungslosen.« Nussbaum erzählt davon, wie 17Jährige in Amerika ihr Privatleben auf der eigenen Homepage ausstellen und inszenieren, wie sie ihre narzisstischen Triebe erfüllen, wie sie über Liebe, Sex und Highschool reden – und sie denkt darüber nach, was es bedeutet, wenn jeder von ihnen sein Bild, seine Bilder hundertfach, tausendfach in die Menge werfen kann. In gewisser Weise setzen die Teenager mit ihren Online-Tagebüchern und Live-Videos ihr eigenes Bild an die Stelle eines möglichen größeren Entwurfes, einer moralisch oder ideologisch aufgeladenen Identifikationsfigur, eines Mahatma Gandhi oder Bill Gates oder Che Guevara oder Willy Brandt. Dagegen ist erst einmal nichts zu sagen, es steckt ein Maß an Autonomie und Selbstvertrauen darin, aus dem nicht automatisch ein gesellschaftlicher Solipsismus oder eine moralische Indifferenz erwächst. Und trotzdem lohnt es sich, gerade mit Blick auf die Frage danach, wer heute ein Vorbild ist oder sein könnte, diese Veränderung im Bilderkonsum zu betrachten. Denn es setzt, in Extremfällen und im normalen Netzalltag, ein seltsamer Mechanismus ein, der dem virtuellen Ich-Kult eine ganz reale Kraft gibt. »Erst war es ein Schock«, schreibt Nussbaum etwa über das Sexvideo von Paris Hilton, das 2004 im Internet zu sehen war, für Nussbaum ein Schlüsselereignis unserer Gegenwart. »Dann war es nichts Besonderes mehr. Dann war es nur ein weiteres bisschen Werbung. Am Ende war es eine Art von Macht.« Aus Scham wurde Ruhm. Anders gesagt: Im Ansturm der Selbstbilder wird das klassische Konzept von Vorbild erst einmal zerfetzt…”

www.zeit.de/2007/09/Vorbilder-Titel

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