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Mein Au Pair Jahr in Amerika
November 11th, 2011Mein Name ist Kathrin, ich bin 18 Jahre alt und mittlerweile seit mehr als 4 Monaten als Au Pair in Virginia. Doch fangen wir mal ganz von vorne an. Warum wollte ich eigentlich als Au Pair in die USA? Nun, diese Idee hatte ich nicht urplötzlich, schon als Kind schwärmte ich meiner Mutter von einem Auslandsaufenthalt vor. Als ich dann in der 9. Klasse war, versuchte ich mich zuerst für ein Highschool Jahr Stipendium zu bewerben, leider ohne Erfolg. Da dies ohne Stipendium einfach zu teuer war, beschloss ich meinen Auslandsaufenthalt nach meiner Schulzeit zu absolvieren. Ein Jahr vor meinem Abitur begann ich mit den Vorbereitungen für mein Auslandsjahr. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Work and Travel, Auslandssemester oder doch Au Pair? Da ich unbedingt in die USA wollte, schied Work and Travel schon einmal aus. Auslandssemester? Dann hätte ich mich ja sofort nach der Schule entscheiden müssen, was ich studieren möchte. Also ich habe ich mich für ein Au Pair Jahr entschieden, schließlich gab ich schon mehrere Jahre Nachhilfe, war Babysitter und habe den lokalen Kindergottesdienst mit organisiert. Außerdem machte mir die Arbeit mit Kindern generell immer sehr viel Spaß.
Nachdem ich die erste wichtige Entscheidung getroffen habe, stand ich auch schon vor der nächsten: Welche Organisation nehme ich? Nach langem Recherchieren und mehreren Informationsveranstaltungen verschiedener Organisationen habe ich mich für AIFS/Au Pair in America entschieden und ich bin bis jetzt sehr zufrieden mit dieser Entscheidung.
Neun Monate vor meiner geplanten Ausreise im Juli 2011 schickte ich meine Bewerbung ab. Einige Wochen später hatte ich meinen ersten Familienvorschlag. Bis ich allerdings einer Familie zugesagt habe, hat es noch sehr viel länger gedauert. Um genau zu sein bis 4 Wochen vor Abflug, also lag ich genau im Zeitlimit. Als ich die E-Mail bekommen habe, dass die Familie matchen möchte, war ich überglücklich. Ich hatte zwar noch weitere offene Familienvorschläge, aber dieser war (und ist) mein absoluter Traumvorschlag. Anfang Juni stand es also fest: Ab dem 5. Juli 2011 werde ich für ein Jahr in Virginia leben und mich um 3 Kinder, wovon 1 behindert ist, kümmern. Ich konnte es selber nicht glauben, als ich die Bestätigung in den Händen hielt: Mein Traum, den ich schon als Kind hatte, würde endlich wahr werden. Ich gehe ein Jahr ins Ausland. Auch meine Mutter fing langsam an zu realisieren, was hier eigentlich passiert. Gerade erst ist mein Bruder ausgezogen und nun ziehe ich in die weite Welt, ganz alleine.
Da mein Match sehr kurzfristig war, waren die letzten 4 Wochen in Deutschland sehr stressig. Neben den Vorbereitungen für mein Au Pair Jahr hatte ich noch meine Schulentlassung und meinen Abiball. Dann war ich mit zwei Freundinnen noch eine Woche zum Partymachen in Cala Ratjada auf Mallorca. Eine Woche vor Abflug veranstaltete meine Mutter eine Überraschungsabschiedsparty für mich. Meine ganze Familie und meine Freunde waren da, alles war mit amerikanischen Sachen dekoriert und es war einfach nur ein schöner Abend. Dann hielt meine Mutter eine Rede, die mich zu Tränen rührte. Sie beschrieb darin, wie ich ihr als Kind von meinem Traum erzählt habe und sie es jetzt kaum glauben kann, dass es wirklich schon so weit ist, dass sie für ein Jahr Abschied von ihrer Mausi nehmen muss. Sie freut sich sehr für mich, aber ich weiß, dass sie mich sehr vermisst.
Am 5.Juli 2011, 3 Tage nach meinem Abiball war es dann so weit. Der Wecker klingelte und ich wusste, dass es für eine lange Zeit das letzte Mal sein wird, dass ich in meinem Bett aufwache, ein komisches Gefühl. Als ich dann runter ging, wurde dieses Gefühl nur noch verstärkt, als ich meine Mama mit Tränen in den Augen sah. Ich versuchte nicht zu weinen und schaffte dies auch, zumindest, bis ich dann wirklich am Flughafen stand und WIRKLICH tschüss sagen musste, da kamen mir auch die Tränen. Aber es war meine Entscheidung dieses Abenteuer zu wagen, also werd ich’s auch durchziehen.
Während des Fluges konnte ich noch nicht wirklich glauben, dass ICH für ein Jahr in die USA fliege. Ich landete spätabends und total übermüdet auf dem JFK Airport in New York und war einfach nur noch froh, als ich einen Mann mit dem Schild meiner Organisation sah und dann später endlich im Hotel im Bett war. Die ersten 4 Tage habe ich in Stamford verbracht, wo wir eine Orientation mit vielen (lustigen) Vorträgen über die USA und die amerikanische Kultur hatten.
Es wurde Freitag und dann hieß es: auf zu den Gastfamilien. Ich nahm den Zug von Stamford nach Washington D.C. Alle Mädels waren sehr aufgeregt. Nach einiger Zeit hieß es für die Ersten: “Oh die nächste muss ich raus”, ich aber musste bis zur Endstation warten und die Spannung stieg und stieg. Kurz vor Washington dachte ich:”Warum kann der Zug nicht einfach weiterfahren oder hier anhalten?”. Ich war so aufgeregt, doch dann hielt der Zug an und ich musste raus. “Hoffentlich erkenne ich meine Gastfamilie, wie begrüße ich sie …?” diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Am Bahngleis stand schon die erste Familie mit einem Willkommensschild, es war aber nicht meine. Ich ging in die Bahnhofshalle, wo ungefähr 20 Familien auf ihr Au Pair warteten. Nach einer kurzen Umschau erkannte ich meine Hostmum und ging zu ihr. Da ich nicht genau wusste, wie ich sie nun begrüßen sollte, umarmte ich sie einfach, weil ich zu dem Zeitpunkt vor lauter Aufregung nichts mehr als eine liebe Umarmung gebraucht habe.
Das ist nun mehr als 4 Monate her. Ich habe mich sehr gut in der Familie eingelebt und ich kann immer noch behaupten, dass es meine Traumgastfamilie ist. Ich werde als Familienmitglied akzeptiert und überall mit einbezogen. Ich liebe die Kinder und meine Arbeit. Außerdem habe ich in den letzten 4 Monaten viele neue Freunde aus der ganzen Welt gefunden und schon sehr viele neue Sachen gesehen. Ich war schon in New York City, bei den Niagara Fällen und in Florida. Weitere Ausflüge sind schon in Planung.
Also wer auch immer mit dem Gedanken spielt Au Pair zu werden. Ich kann nur sagen, dass es die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens war. Ich erlebe so viele neue Sachen, lerne neue Menschen kennen und verbessere nebenbei noch mein Englisch.
Also träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!
P.S.: Zurzeit bin ich eine Woche in Deutschland, weil mein Vater wieder heiratet.
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